„Wer war Antoine Laurent de Lavoisier?“
Von den Chemikern der ersten Stunde ist Lavoisier einer, der die Chemie sehr stark geprägt hat und viele wichtige und sehr grundlegende Prinzipien beschreiben konnte. Er gilt als einer der Begründer der modernen Chemie.
Doch fangen wir von vorne an. Lavoisier wurde 1743 in Paris geboren. Er besuchte eine angesehene Schule und studierte eher aus Gehorsamkeit gegen seinen Vater Jura. Das hielt ihn aber nicht davon ab, die Chemievorlesungen zu besuchen. Anschließend studierte er tatsächlich Naturwissenschaften und legte dabei eine besondere Begabung an den Tag.
Nebenbei muss man erwähnen, dass Lavoisier 1766 den ferme générale beitrat, einer Vereinigung privater Steuerpächter, was ihm ermöglichte viel Geld zu verdienen, das er wiederrum in die ferme zurücksteckte um seinen gesellschaftlichen Aufstieg (und damit seinen Einfluss) voranzutreiben sowie sein privates Labor aufzustocken.
Er entdeckte viele heute schon in der Schule an der Tagesordnung stehenden Grundlagen, wie zum Beispiel dass bei einer Reaktion niemals etwas einfach verschwindet oder geschaffen wird (Gesetz von der Erhaltung der Massen). Er erkannte, dass Aggregatzustände keine Eigenarten von Stoffen sind, sondern dass sie ineinander übergehen können. Er entdeckte den Sauerstoff, erklärte damit die Verbrennung und widerlegte die bis dahin gültige (und für heutige Verhältnisse sehr lustige) Phlogistontheorie. (Phlogiston soll eine hypothetische Substanz sein – und auch die Chemiker damals hielten es für etwas geisterhaftes, aber nie für etwas Materielles, die verschwindet, wenn etwas verbrennt. Das ist bei organischen Substanzen recht deutlich, da sie ja leichter werden, denn die Produkte sind größtenteils gasförmig (beispielsweise entsteht bei der Verbrennung von Benzin Kohlenstoffdioxid). Bei Metallen, die mit Sauerstoff reagieren, passiert es allerdings, dass sie schwerer werden, was mit Phlogistonverlust nicht zu erklären ist.)
Lavoisier war auch derjenige, der klar feststellte, das Wasser kein Element sondern eine Verbindung ist, nachdem Cavendish, der auch für die Phlogistontheorie verantwortlich war, zwar Wasser spalten konnte, jedoch nicht korrekt erklären, was er da überhaupt rausbekommen hatte.
Von Lavoiser ist auch überliefert, dass er wohl… na ja, „ein starkes Geltungsbedürfnis“ hatte. Er betonte häufig seine eigene Leistung, aber bei der Erwähnung anderer war er eher nachlässig.
Er selbst stand der Französischen Revolution per se nicht feindlich gegenüber. Im Gegenteil. Lavoisier setzte sich noch vor Ausbruch der Revolution dafür ein, dass die Steuerprivilegien des Adels und des Klerus abgeschafft werden sollten. Allerdings war es auch Lavoisier, der als Mitglied der Steuerpächter dafür sorgte, dass um Paris eine Mauer gebaut wurde, damit Steuern besser eingetrieben werden konnten.
Im Zuge der Schreckensherrschaft wurde die Vereinigung der Steuerpächter aufgelöst und alle Mitglieder, auch Lavoisier, verhaftet, der Korruption beschuldigt und schließlich zum Tode verurteilt. Lavoisier starb 1794 durch die Guillotine.
Es gibt übrigens eine kleine Erzählung, Lavoisier habe den Richter noch kurz vor seinem Tod gebeten einige Versuche beenden zu dürfen. Dieser antwortete aber, die Revolution brauche keine Chemiker. (Oder auch kein Wissenschaftler oder keine Gelehrten.) Zwar ist diese Geschichte wohl mehr erdacht als tatsächlich passiert, interessant ist aber trotzdem, dass Lavoisier sich so sehr für die Wissenschaft begeistern konnte und für sie so viel erreicht hat, dass man ihm so etwas nachdichtet.
Quellen:
Die Jahreszahlen:
http://www.dibb.de/lavoisier-chemie.php abgerufen am 22.3.2010
Hauptquelle:
Carrier, Martin: (2008) Antoine L. Lavoisier und die Chemische Revolution In: Leitfossilien naturwissenschaftlichen Denkens . Würzburg/Königshausen & Neumann - Pierre Leich (ed.)
(http://www.uni-bielefeld.de/philosophie/personen/carrier/Lavoisier%20und%20die%20Chemische%20Revolution.pdf, abgerufen am 22.3.2010)
Von den Chemikern der ersten Stunde ist Lavoisier einer, der die Chemie sehr stark geprägt hat und viele wichtige und sehr grundlegende Prinzipien beschreiben konnte. Er gilt als einer der Begründer der modernen Chemie.
Doch fangen wir von vorne an. Lavoisier wurde 1743 in Paris geboren. Er besuchte eine angesehene Schule und studierte eher aus Gehorsamkeit gegen seinen Vater Jura. Das hielt ihn aber nicht davon ab, die Chemievorlesungen zu besuchen. Anschließend studierte er tatsächlich Naturwissenschaften und legte dabei eine besondere Begabung an den Tag.
Nebenbei muss man erwähnen, dass Lavoisier 1766 den ferme générale beitrat, einer Vereinigung privater Steuerpächter, was ihm ermöglichte viel Geld zu verdienen, das er wiederrum in die ferme zurücksteckte um seinen gesellschaftlichen Aufstieg (und damit seinen Einfluss) voranzutreiben sowie sein privates Labor aufzustocken.
Er entdeckte viele heute schon in der Schule an der Tagesordnung stehenden Grundlagen, wie zum Beispiel dass bei einer Reaktion niemals etwas einfach verschwindet oder geschaffen wird (Gesetz von der Erhaltung der Massen). Er erkannte, dass Aggregatzustände keine Eigenarten von Stoffen sind, sondern dass sie ineinander übergehen können. Er entdeckte den Sauerstoff, erklärte damit die Verbrennung und widerlegte die bis dahin gültige (und für heutige Verhältnisse sehr lustige) Phlogistontheorie. (Phlogiston soll eine hypothetische Substanz sein – und auch die Chemiker damals hielten es für etwas geisterhaftes, aber nie für etwas Materielles, die verschwindet, wenn etwas verbrennt. Das ist bei organischen Substanzen recht deutlich, da sie ja leichter werden, denn die Produkte sind größtenteils gasförmig (beispielsweise entsteht bei der Verbrennung von Benzin Kohlenstoffdioxid). Bei Metallen, die mit Sauerstoff reagieren, passiert es allerdings, dass sie schwerer werden, was mit Phlogistonverlust nicht zu erklären ist.)
Lavoisier war auch derjenige, der klar feststellte, das Wasser kein Element sondern eine Verbindung ist, nachdem Cavendish, der auch für die Phlogistontheorie verantwortlich war, zwar Wasser spalten konnte, jedoch nicht korrekt erklären, was er da überhaupt rausbekommen hatte.
Von Lavoiser ist auch überliefert, dass er wohl… na ja, „ein starkes Geltungsbedürfnis“ hatte. Er betonte häufig seine eigene Leistung, aber bei der Erwähnung anderer war er eher nachlässig.
Er selbst stand der Französischen Revolution per se nicht feindlich gegenüber. Im Gegenteil. Lavoisier setzte sich noch vor Ausbruch der Revolution dafür ein, dass die Steuerprivilegien des Adels und des Klerus abgeschafft werden sollten. Allerdings war es auch Lavoisier, der als Mitglied der Steuerpächter dafür sorgte, dass um Paris eine Mauer gebaut wurde, damit Steuern besser eingetrieben werden konnten.
Im Zuge der Schreckensherrschaft wurde die Vereinigung der Steuerpächter aufgelöst und alle Mitglieder, auch Lavoisier, verhaftet, der Korruption beschuldigt und schließlich zum Tode verurteilt. Lavoisier starb 1794 durch die Guillotine.
Es gibt übrigens eine kleine Erzählung, Lavoisier habe den Richter noch kurz vor seinem Tod gebeten einige Versuche beenden zu dürfen. Dieser antwortete aber, die Revolution brauche keine Chemiker. (Oder auch kein Wissenschaftler oder keine Gelehrten.) Zwar ist diese Geschichte wohl mehr erdacht als tatsächlich passiert, interessant ist aber trotzdem, dass Lavoisier sich so sehr für die Wissenschaft begeistern konnte und für sie so viel erreicht hat, dass man ihm so etwas nachdichtet.
Quellen:
Die Jahreszahlen:
http://www.dibb.de/lavoisier-chemie.php abgerufen am 22.3.2010
Hauptquelle:
Carrier, Martin: (2008) Antoine L. Lavoisier und die Chemische Revolution In: Leitfossilien naturwissenschaftlichen Denkens . Würzburg/Königshausen & Neumann - Pierre Leich (ed.)
(http://www.uni-bielefeld.de/philosophie/personen/carrier/Lavoisier%20und%20die%20Chemische%20Revolution.pdf, abgerufen am 22.3.2010)
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