„Es ist Muttertag!“
„Es ist der Geburtstag der Antibabypille…“
„Das hat was Ironisches, oder?“
Heute ist der neunte Mai. Eigentlich nichts Besonderes. Na gut, es ist Muttertag (und ich habe ihn natürlich mal wieder vergessen…). Aber darauf wollte ich eigentlich nicht hinaus. Obwohl… man kann mit viel Fantasie bestimmt eine Verbindung herstellen. Äh… ja, da schweife ich schon wieder ab… Lange Rede, kurzer Sinn: Die Antibabypille hat heute Geburtstag. Stolze 50 Jahre wird sie und da lohnt es sich doch mal dahinter zuschauen, was denn da eigentlich drin steckt. So chemisch eben.
Als die Antibabypille am 9. Mai 1960 in den USA als Verhütungsmittel zugelassen wurde, war das ein Meilenstein in der gesellschaftlichen Revolution. Frauen konnten endlich selbst und sogar zuverlässig entscheiden, wann sie ein Baby bekommen wollten. Kirche und Konservative waren entsprechend entrüstet. (Warum auch immer… Verwahrlosung der Gesellschaft blah…) Hups, bevor mich hier die Christen und Erzkonservativen lynchen, geh ich mal schnell weiter im Thema. :D
Viele gängige Antibabypillen haben zwei Arten von Hormonen um wirksam zu sein, ein Estrogen, z.B. Ethinylestradiol, und ein Gestagen. Estrogene und Gestagene bilden zwei Klassen an Sexualhormonen.
„Es ist der Geburtstag der Antibabypille…“
„Das hat was Ironisches, oder?“
Heute ist der neunte Mai. Eigentlich nichts Besonderes. Na gut, es ist Muttertag (und ich habe ihn natürlich mal wieder vergessen…). Aber darauf wollte ich eigentlich nicht hinaus. Obwohl… man kann mit viel Fantasie bestimmt eine Verbindung herstellen. Äh… ja, da schweife ich schon wieder ab… Lange Rede, kurzer Sinn: Die Antibabypille hat heute Geburtstag. Stolze 50 Jahre wird sie und da lohnt es sich doch mal dahinter zuschauen, was denn da eigentlich drin steckt. So chemisch eben.
Als die Antibabypille am 9. Mai 1960 in den USA als Verhütungsmittel zugelassen wurde, war das ein Meilenstein in der gesellschaftlichen Revolution. Frauen konnten endlich selbst und sogar zuverlässig entscheiden, wann sie ein Baby bekommen wollten. Kirche und Konservative waren entsprechend entrüstet. (Warum auch immer… Verwahrlosung der Gesellschaft blah…) Hups, bevor mich hier die Christen und Erzkonservativen lynchen, geh ich mal schnell weiter im Thema. :D
Viele gängige Antibabypillen haben zwei Arten von Hormonen um wirksam zu sein, ein Estrogen, z.B. Ethinylestradiol, und ein Gestagen. Estrogene und Gestagene bilden zwei Klassen an Sexualhormonen.
Bild 1 Ethinylestradiol. In rot zu sehen: eine Ethingruppe (d.h. drei Bindungen zwischen zwei Kohlenstoffen).Ethinylestradiol ist ein Derivat (also Abkömmling) des Estradiols (früher Östradiol). Ethinylestradiol kommt im menschlichen Körper auf natürliche Weise nicht vor, Estradiol schon. Und sie unterscheiden sich nur in der roten Gruppe, die dem Estradiol fehlt. Estradiol hat da nur ein Wasserstoffatom. Es hat einen Grund, warum sie da angebracht wird, doch darauf komme ich gleich zurück.
Zuerst will ich nämlich noch auf das Estradiol zurück. Das ist eines der wichtigsten Hormone, die wir haben. Es ist zusammen mit anderen Estrogenen (früher Östrogene) dafür verantwortlich, dass sich die sekundären weiblichen Geschlechtsorgane ausbilden, es beeinflusst Menstruationszyklus und Schwangerschaft. Estrogene sorgen zum Beispiel dafür, dass Eizellen heranreifen. Parallel dazu produziert der weibliche Körper, sobald die Eizelle befruchtet ist, Gestagene, die das Heranreifen anderer Eizelle verhindern und wirkt auf die Gebärmutterschleimhaut. Estrogene und Gestagene wirken aber wiederum auf das Gehirn (oder besser die Hypophyse) und sorgen von dort dafür, wie viel von ihnen weiter gebraucht werden. Es findet also eine Rückkopplung statt.
Genau da setzt die Antibabypille an, in dem ein Estrogen und ein Gestagen auf den Körper bzw. das Hirn wirken, und von dort aus steuern, wann und wie eine Eizelle reift (oder nicht reift).
Das Estrogen, das in vielen Antibabypillen enthalten ist, ist dem körpereigenen Estradiol sehr ähnlich. Doch dass es sich in einer winzigen Kleinigkeit, der Ethingruppe, unterscheidet, hat seinen Grund. Jedes Medikament, das über den Mund eingenommen wird, muss nämlich früher oder später die Leber passieren, wo eine Stoffumwandlung stattfindet (die Leber ist zum Beispiel auch für den Abbau von Steroiden verantwortlich). Bei Estradiol ergibt sich nur ein kleines Problem: Würde man Estradiol einsetzen, so würde es in der Leber so verändert werden, dass es zum Schluss kaum noch Wirkung zeigt. Man müsste also enorm viel davon zu sich nehmen um überhaupt einen Effekt zu haben. Ethinylestradiol entgeht dieser Umwandlung zwar auch nicht, aber bei dieser Substanz ist sie nicht so ausgeprägt.
Übrigens können auch Gestagene (die ebenfalls Steroide sind) allein als Empfängnisverhütungs-mittel fungieren. Aber sie verhindern nicht, dass eine Eizelle heranreift. Reine Gestagenpillen haben ihre Vorteile, eben weil sie keine Estrogene enthalten (stillende Frauen dürfen zum Beispiel keine Estrogene zu sich nehmen) und manchmal sind sie deswegen auch verträglicher. Sie haben aber auch ihre Nachteile, da sie zu unregelmäßigen Blutungen führen können (aber nicht müssen).
Na ja, das war dann mal so ein Rundumschlag, was es mit der Antibabypille auf sich hat. Und bloß nicht vergessen die Mutter anzurufen. ;)
Zuerst will ich nämlich noch auf das Estradiol zurück. Das ist eines der wichtigsten Hormone, die wir haben. Es ist zusammen mit anderen Estrogenen (früher Östrogene) dafür verantwortlich, dass sich die sekundären weiblichen Geschlechtsorgane ausbilden, es beeinflusst Menstruationszyklus und Schwangerschaft. Estrogene sorgen zum Beispiel dafür, dass Eizellen heranreifen. Parallel dazu produziert der weibliche Körper, sobald die Eizelle befruchtet ist, Gestagene, die das Heranreifen anderer Eizelle verhindern und wirkt auf die Gebärmutterschleimhaut. Estrogene und Gestagene wirken aber wiederum auf das Gehirn (oder besser die Hypophyse) und sorgen von dort dafür, wie viel von ihnen weiter gebraucht werden. Es findet also eine Rückkopplung statt.
Genau da setzt die Antibabypille an, in dem ein Estrogen und ein Gestagen auf den Körper bzw. das Hirn wirken, und von dort aus steuern, wann und wie eine Eizelle reift (oder nicht reift).
Das Estrogen, das in vielen Antibabypillen enthalten ist, ist dem körpereigenen Estradiol sehr ähnlich. Doch dass es sich in einer winzigen Kleinigkeit, der Ethingruppe, unterscheidet, hat seinen Grund. Jedes Medikament, das über den Mund eingenommen wird, muss nämlich früher oder später die Leber passieren, wo eine Stoffumwandlung stattfindet (die Leber ist zum Beispiel auch für den Abbau von Steroiden verantwortlich). Bei Estradiol ergibt sich nur ein kleines Problem: Würde man Estradiol einsetzen, so würde es in der Leber so verändert werden, dass es zum Schluss kaum noch Wirkung zeigt. Man müsste also enorm viel davon zu sich nehmen um überhaupt einen Effekt zu haben. Ethinylestradiol entgeht dieser Umwandlung zwar auch nicht, aber bei dieser Substanz ist sie nicht so ausgeprägt.
Übrigens können auch Gestagene (die ebenfalls Steroide sind) allein als Empfängnisverhütungs-mittel fungieren. Aber sie verhindern nicht, dass eine Eizelle heranreift. Reine Gestagenpillen haben ihre Vorteile, eben weil sie keine Estrogene enthalten (stillende Frauen dürfen zum Beispiel keine Estrogene zu sich nehmen) und manchmal sind sie deswegen auch verträglicher. Sie haben aber auch ihre Nachteile, da sie zu unregelmäßigen Blutungen führen können (aber nicht müssen).
Na ja, das war dann mal so ein Rundumschlag, was es mit der Antibabypille auf sich hat. Und bloß nicht vergessen die Mutter anzurufen. ;)
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