„Sie meinen Aspirin?“, fragt der Apotheker.
„Ach, ja, stimmt. Ich kann mir dieses blöde Wort bloß nicht merken.“
Ich habe gestern einen kleinen, aber sehr schönen Artikel auf Welt.de entdeckt, der das Thema und die Geschichte der Acetylsalicylsäure behandelt. Acetylsalicylsäure gehört heute zu den wichtigsten Medikamentenwirkstoffen, die in keinem Haushalt fehlen. Es hat relativ wenige Nebenwirkungen, wenn man es selten zu sich nimmt, ist gut verträglich und hat inzwischen ein enormes Anwendungsspektrum, da es Schmerzen lindern, Fieber senken und Entzündungen hemmen kann (und noch mehr).
Der Name des Wirkstoffes setzt sich aus den einzelnen Bestandteilen zusammen:
Dass Aspirin nicht der „echte“ Name dieses Moleküls ist, das wissen die meisten Menschen. Acetylsalicylsäure ist aber auch für Chemiker ein Trivialname, also ein Name, der nicht systematisch vergeben wurde, sondern sich in diesem Fall historisch entwickelte.
Entdeckt wurde die Salicylsäure in der Weidenrinde und wurde schon vor hunderten von Jahren als Schmerzmittel eingesetzt. In den Mengen, in denen es heute aber verkauft und gekauft wird, kann man es unmöglich aus der Weidenrinde herausholen. Die Darstellung erfolgt heute also synthetisch und beginnt erstaunlich giftig.
In erster Linie leitet sich dieser Stoff vom Benzol (grün) ab, einem giftigen, krebserregenden Stoff, der in Deutschland heute noch zu einem bestimmten Prozentsatz in Benzin vorhanden sein darf. Auf dem Weg zur Acetylsalicylsäure benötigt das Benzol eine Hydroxylgruppe (-OH, rot). Das entstehende Molekül ist Phenol. Auch Phenol ist giftig. In einem weiteren Schritt setzt man eine Carboxylgruppe (-COOH, orange) direkt neben die Hydroxylgruppe. Fertig ist die Salicylsäure, die bereits alle für dieses Medikament ausschlaggebenden Wirkungen beinhaltet.
Gerade mal vier Atome liegen zwischen tödlich und lebensrettend (oder zumindest lebensqualitätsverbessernd). Ersetzt man die Hydroxylgruppe durch eine Acetylgruppe (nichts anderes als das Anion der Essigsäure), wird die Verträglichkeit des Stoffes zudem gesteigert. Mit dem Benzol oder Phenol hat dieses Molekül nichts mehr zu tun. Die Wirkweisen im Körper unterscheiden sich wie Tag und Nacht, da sie im Körper anders interagieren und damit andere Wege gehen, schließlich ist das, was im Körper passiert, auch nichts anderes als Chemie.
Der „echte“ Name von Aspirin ist übrigens 2-Acetoxy-benzoesäure. Benzoesäure ist der Benzolring mit der Carboxylgruppe, Acetoxy ist das Präfix für die Acetylgruppe.
„Ach, ja, stimmt. Ich kann mir dieses blöde Wort bloß nicht merken.“
Ich habe gestern einen kleinen, aber sehr schönen Artikel auf Welt.de entdeckt, der das Thema und die Geschichte der Acetylsalicylsäure behandelt. Acetylsalicylsäure gehört heute zu den wichtigsten Medikamentenwirkstoffen, die in keinem Haushalt fehlen. Es hat relativ wenige Nebenwirkungen, wenn man es selten zu sich nimmt, ist gut verträglich und hat inzwischen ein enormes Anwendungsspektrum, da es Schmerzen lindern, Fieber senken und Entzündungen hemmen kann (und noch mehr).
Der Name des Wirkstoffes setzt sich aus den einzelnen Bestandteilen zusammen:
Dass Aspirin nicht der „echte“ Name dieses Moleküls ist, das wissen die meisten Menschen. Acetylsalicylsäure ist aber auch für Chemiker ein Trivialname, also ein Name, der nicht systematisch vergeben wurde, sondern sich in diesem Fall historisch entwickelte.
Entdeckt wurde die Salicylsäure in der Weidenrinde und wurde schon vor hunderten von Jahren als Schmerzmittel eingesetzt. In den Mengen, in denen es heute aber verkauft und gekauft wird, kann man es unmöglich aus der Weidenrinde herausholen. Die Darstellung erfolgt heute also synthetisch und beginnt erstaunlich giftig.
In erster Linie leitet sich dieser Stoff vom Benzol (grün) ab, einem giftigen, krebserregenden Stoff, der in Deutschland heute noch zu einem bestimmten Prozentsatz in Benzin vorhanden sein darf. Auf dem Weg zur Acetylsalicylsäure benötigt das Benzol eine Hydroxylgruppe (-OH, rot). Das entstehende Molekül ist Phenol. Auch Phenol ist giftig. In einem weiteren Schritt setzt man eine Carboxylgruppe (-COOH, orange) direkt neben die Hydroxylgruppe. Fertig ist die Salicylsäure, die bereits alle für dieses Medikament ausschlaggebenden Wirkungen beinhaltet.
Gerade mal vier Atome liegen zwischen tödlich und lebensrettend (oder zumindest lebensqualitätsverbessernd). Ersetzt man die Hydroxylgruppe durch eine Acetylgruppe (nichts anderes als das Anion der Essigsäure), wird die Verträglichkeit des Stoffes zudem gesteigert. Mit dem Benzol oder Phenol hat dieses Molekül nichts mehr zu tun. Die Wirkweisen im Körper unterscheiden sich wie Tag und Nacht, da sie im Körper anders interagieren und damit andere Wege gehen, schließlich ist das, was im Körper passiert, auch nichts anderes als Chemie.
Der „echte“ Name von Aspirin ist übrigens 2-Acetoxy-benzoesäure. Benzoesäure ist der Benzolring mit der Carboxylgruppe, Acetoxy ist das Präfix für die Acetylgruppe.

Bei der Bildunterschrift sind die Seiten vertauscht (oder wahlweise die Moleküle ^^).
AntwortenLöschenDas liegt daran, dass ich ein Rechts-Links-Legastheniker bin. Das hat meinen Fahrlehrer damals ganz fuchsig gemacht. Vielen Dank für den Hinweis, wird sofort geändert!
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