Es ist geschafft. Ich habe gestern ganz hochoffiziell und mit allem nötigen Trara meine Bachelorthesis eingereicht. Was auch der Grund war, wieso es den letzten Monat keinen Post gegeben hat. (Hat mich überhaupt jemand vermisst? O,o) Beizeiten gibt es natürlich noch einen Post zu dem, was ich in den letzten Monaten so getrieben habe, aber vorerst gibt es wieder einen Versuch. Diesmal sogar mit Video. (Das ist mein allerallererstes Video. :‘D Ich gelobe hiermit öffentlich und notarisch beglaubigt, dass ich nie, nie, nie ein künstlerisch anmutendes Video hochladen werde, es würde ja doch nur wie Blair Witch Project Teil XVI aussehen.)
Es geht heute um den nerdigen Weg eine Kerze zu löschen. Denn was ist schon anderes zu erwarten auf einem Chemieblog. ;)
Jedenfalls sind ominöse Chemikalien natürlich nur was für Zauberer. Und ein Zauberer bin ich nicht. Also, was war’s? Das weiße Pulver ist Natriumhydrogencarbonat NaHCO3 gemischt mit weiteren hier nicht weiter wichtigen Substanzen („Backpulver“), die Flüssigkeit ist 25%ige Essigsäure CH3COOH („Essigessenz“), beides zu haben in jedem Haushalt, in dem es öfter Kuchen und Salate gibt. Gibt man ein Päckchen Backpulver und ungefähr 50 mL Essigsäure zusammen, so folgt eine chemische Reaktion. Es muss dabei nicht unbedingt Essigsäure sein, nur eine Säure sollte es schon sein. Denn allen sogenannten Bronsted-Säuren gemein ist, dass sie ein Proton, also ein positiv geladenes Wasserstoffatom, abstrahieren können. Mit Wasser reagiert es dann weiter zu einem Oxoniumion H3O+. Die Reaktion damit setzt im Falle von Natriumhydrogencarbonat Kohlensäure H2CO3 frei:
Aber Kohlensäure ist nicht stabil, sie zerfällt in Wasser und Kohlenstoffdioxid CO2 (der Grund, wieso Mineralwasser und die Mischung im Messbecher blubbert):
Und Kohlenstoffdioxid ist schwerer als Luft, d. h. es sinkt nach unten oder, wie im Experiment, bleibt mehr oder weniger im Messbecher. Und somit kann man es genauso wie eine Flüssigkeiten irgendwo rein- oder drüberkippen. Wenn man das macht, dann wird der Sauerstoff, von dem das Feuer „lebt“, verdrängt und das Feuer erlischt. Aus genau diesen Gründen ist Kohlenstoffdioxid auch als Löschmittel im Einsatz. Dass Kohlenstoffdioxid prinzipiell chemisch so tot ist, dass es kaum zur Reaktion gebracht werden kann, ist natürlich ein weiteres Kriterium.
Und wo wir schon bei Natriumhydrogencarbonat sind, können wir ja gleich klären wieso Mamas Kuchen so fluffig wird (und meiner nicht). Natriumhydrogencarbonat reagiert auch im Kuchen beim Backen und zwar mit sich selbst:
Und wieder entsteht Kohlenstoffdioxid, das als Gas dazu führt, dass der Teig aufgeht und na ja, fluffiger wird. Und warum wird mein Kuchen nicht fluffig? Vermutlich, weil ich nicht vergessen sollte, Backpulver reinzutun. Ist aber nur ein Verdacht.
[1]Wer hat die Katze entdeckt? :D
Es geht heute um den nerdigen Weg eine Kerze zu löschen. Denn was ist schon anderes zu erwarten auf einem Chemieblog. ;)
Video Der nerdige Weg eine Kerze zu löschen[1]
Ominöse Pülverchen, ominöse Flüssigkeiten und ominös ausgehende Kerzen. Der Versuch macht herrlich viel Spaß, aber mal als Anmerkung: Wenn das jemand mit zwei linken Händen, nicht ausgereifter Grob- und/oder Feinmotorik („Kinder“) oder nervösen Anwandlungen nachmacht… ähm, bitte dann möglichst NICHT mit der Kerze auf einem Kork-, Holz-, Teppichboden oder sonst wo hantieren, wo Feuerchen nicht erwünscht sind. Und einen vernünftigen Erwachsenen in der Nähe platzieren. Nur so als obligatorischer Hinweis, schließlich sind auch Teelichtfeuer Feuer.Jedenfalls sind ominöse Chemikalien natürlich nur was für Zauberer. Und ein Zauberer bin ich nicht. Also, was war’s? Das weiße Pulver ist Natriumhydrogencarbonat NaHCO3 gemischt mit weiteren hier nicht weiter wichtigen Substanzen („Backpulver“), die Flüssigkeit ist 25%ige Essigsäure CH3COOH („Essigessenz“), beides zu haben in jedem Haushalt, in dem es öfter Kuchen und Salate gibt. Gibt man ein Päckchen Backpulver und ungefähr 50 mL Essigsäure zusammen, so folgt eine chemische Reaktion. Es muss dabei nicht unbedingt Essigsäure sein, nur eine Säure sollte es schon sein. Denn allen sogenannten Bronsted-Säuren gemein ist, dass sie ein Proton, also ein positiv geladenes Wasserstoffatom, abstrahieren können. Mit Wasser reagiert es dann weiter zu einem Oxoniumion H3O+. Die Reaktion damit setzt im Falle von Natriumhydrogencarbonat Kohlensäure H2CO3 frei:
NaHCO3 + H3O+ → Na+ + H2CO3
Aber Kohlensäure ist nicht stabil, sie zerfällt in Wasser und Kohlenstoffdioxid CO2 (der Grund, wieso Mineralwasser und die Mischung im Messbecher blubbert):
H2CO3 → H2O + CO2
Und Kohlenstoffdioxid ist schwerer als Luft, d. h. es sinkt nach unten oder, wie im Experiment, bleibt mehr oder weniger im Messbecher. Und somit kann man es genauso wie eine Flüssigkeiten irgendwo rein- oder drüberkippen. Wenn man das macht, dann wird der Sauerstoff, von dem das Feuer „lebt“, verdrängt und das Feuer erlischt. Aus genau diesen Gründen ist Kohlenstoffdioxid auch als Löschmittel im Einsatz. Dass Kohlenstoffdioxid prinzipiell chemisch so tot ist, dass es kaum zur Reaktion gebracht werden kann, ist natürlich ein weiteres Kriterium.
Und wo wir schon bei Natriumhydrogencarbonat sind, können wir ja gleich klären wieso Mamas Kuchen so fluffig wird (und meiner nicht). Natriumhydrogencarbonat reagiert auch im Kuchen beim Backen und zwar mit sich selbst:
NaHCO3 + NaHCO3 → Na2CO3 + H2CO3
H2CO3 → H2O + CO2
H2CO3 → H2O + CO2
Und wieder entsteht Kohlenstoffdioxid, das als Gas dazu führt, dass der Teig aufgeht und na ja, fluffiger wird. Und warum wird mein Kuchen nicht fluffig? Vermutlich, weil ich nicht vergessen sollte, Backpulver reinzutun. Ist aber nur ein Verdacht.
[1]Wer hat die Katze entdeckt? :D
min. 1:02 :-)
AntwortenLöschenHey, bezüglich Backen nimmt man meist nicht nur Natron sondern schon Backpulver und da ist es dann aber keine Reaktion des Hydrogencarbonats mit sich selbst, da hilft dann Weinstein oder wahlweise E 341a, E 450a, E 341a oder E 334 nach. :-)
AntwortenLöschenUnd bei CO2 Löschern sag ich nur Metallbrände :D
Aber nur so als Anmerkung, ich mag den Blog.
@Tobias
AntwortenLöschenDafür müsste ich eigentlich Kekse verteilen. :3
@Silentjay
Ich hab darauf hingewiesen, dass mein Natriumhydrogencarbonat mit anderen Stoffen gemischt ist, ich fühl mich unschuldig. :D Prinzipiell hast du natürlich Recht, die Säurungsmittel, die sonst so noch zugesetzt sind, sind an den Reaktionen nicht unbeteiligt, das Fluffen funktioniert allerdings auch ohne.
:D Den will ich sehen, der Metallbrände mit Kohlenstoffdioxid-Feuerlöschern angeht. Irgendwann muss ich einen Post nur über Kohlenstoffdioxid, weil's ein so herrlich komisches Molekül ist.
Und natürlich danke schön. :)
@Anna
AntwortenLöschenIch mein ja nur... ( da drückt immer das kleine chemische Pingelchen) wären die Säurungsmittel gänzlich unnötig, würde man sie sich ja auch sparen können. Spätestens im industriellen Backbetrieb würde sich das auch lohnen. :)
Klar wurde der Blog vermisst! (Dass der Kommentar so spät kommt, hat keine Bedeutung.)
AntwortenLöschenSchönes Experiment, da werden sich die übrig gebliebenen halbverbrauchten Backpulverpackungen von den Kuchen freuen. :-)
@Ender
AntwortenLöschen:D Vielen Dank. Ja, das war auch meine Motivation. Und ist dann erstaunlich ausgeartet. Wer hätte gedacht, dass es so schwer wäre, ein Video aufzunehmen und dann auch noch zu bearbeiten. o___O